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Jahresbericht 2003

 

Öffnungszeiten:

Der Moabiter Kinder-Hof war in der Regel 35 Stunden pro Woche geöffnet: Mo - Fr 11-18 Uhr. Schließungszeiten: 2.-4. Januar und 22.-31. Dezember (Weihnachtsferien).

Präsentation auf Straßenfesten:

12.4.   Fest zur Einrichtung der Jugend-Litfaßsäule auf dem Spielplatz an der Emdener Straße.

14.6.   Kinderfest auf der Waldstraße

21.6.   Lehrter-Straßen-Fest

Auf den Straßenfesten bot der Moabiter Kinder-Hof jeweils Mitmachangebote für Kinder an.

Öffentliche Veranstaltungen:

17.5. Tag der offenen Tür

30.8. Sommerfest

12.12. Adventsbasteln und -Basar

Besondere Ereignisse:

Internationales work&study camp in Zusammenarbeit mit dem Service Civil International vom 20.7.-2.8. auf dem Moabiter Kinder-Hof.

Lücke-Kinder-Projekt:

Seit August 1998 hat die Jugendförderung des Bezirksamtes Tiergarten im Projekt Moabiter Kinder-Hof ein so genanntes Lücke-Kinder-Projekt integriert. Das Lücke-Projekt bietet Kindern nach der Schule Mittagessen, Hausaufgabenbetreuung und Teilnahme an kreativen Aktivitäten.

Personelle Ressourcen:

Anzahl

    m           w

Stunden

Anteil
   in %

Festangestellte pädagogische MitarbeiterInnen

 

2

1775

18,6

Anzahl der ehrenamtlichen MitarbeiterInnen

2

1

1540

16,2

HonorarmitarbeiterInnen (Stunden insgesamt)

3

5

     620,5

6,5

Anzahl PraktikantInnen

 

1

    45

0,5

Anzahl von ABM/SAM-MitarbeiterInnen

2

1

3782

39,7

Anzahl sonstige (Zeit)MitarbeiterInnen (BSHG)

2

 

1760

18,5

 

Kinderbeteiligung:

Die Kinder werden ihrem Alter, ihren Fähigkeiten und ihrer Entwicklung entsprechend an der Planung von Projekten und Veranstaltungen beteiligt. Sie können auf die inhaltliche und thematische Gestaltung der Angebote Einfluss nehmen. Ihre Vorschläge finden im Dialog mit den Betreuern nach Möglichkeit Berücksichtigung. Die Kinder werden bei der Umsetzung eigner Ideen unterstützt. Überschaubare Vorhaben werden Kindergruppen zur selbständigen Realisierung übertragen.

Entwicklung der Besucherstruktur:

Im Jahr 2003 besuchten ca. 80%Kinder nicht deutscher Herkunft den Kinderhof, wie schon im Jahr zuvor. Die meisten Besucher (85%) kamen aus der benachbarten Zillesiedlung. Der Anteil der Mädchen betrug durchschnittlich etwa 30% .

Förderung:

Der Moabiter Kinder-Hof wurde durch das Bezirksamt Tiergarten (Nutzung des Grundstücks, Betriebsmittel, Sach- und Personalmittel), die Arbeitsämter Berlin Nord und Mitte (SAM-Mittel) und das Land Berlin (Kofinanzierung SAM) gefördert.

Danksagung:

Alle Mitarbeiter und Kinder des Moabiter Kinder-Hofs bedanken sich sehr herzlich bei den Meistern und den Auszubildenden der Ausbildungswerkstätte des Christlichen Jugenddorfs in Adlershof für die Restaurierung und Instandsetzung des Bauwagens als zusätzlichen Aktionsraum.

 

Januar:

Anfang des Jahres lag noch Schnee. Das war ein willkommener Anlass, in der Werkstatt Schlitten zu bauen und sie gleich auf dem benachbarten Rodelberg auszuprobieren. Wer nicht rodeln wollte oder vom Rodeln genug hatte, konnte drinnen Tischfußball spielen, Mandalas ausmalen oder sich an Gesellschaftsspielen beteiligen.

Der Schnee taute bald und verwandelte den Hauptweg auf dem Kinderhof in eine Pfützenlandschaft. Zum Glück war auf der Baustelle vor dem Grundstück Sand übrig, mit denen die Pfützen aufgefüllt werden konnten. Sogar auf den benachbarten Bolzplatz brachten die Mitarbeiter ein paar Schubkarren Sand, um den Platz schnell wieder zum Fußballspielen nutzbar zu machen. Das Fußballtraining des neuen Mitarbeiters Oliver entwickelte sich zu einer attraktiven Bereicherung des Angebots.

In der letzten Januar-Dekade wurde mit dem Basteln der Faschingsdekoration begonnen. Außerdem konnten die Kinder mit Bastelton töpfern, Papptiere basteln und in der Werkstatt kleine Holzarbeiten anfertigen: Internationale Flaggen, „Schatz“-Kisten, Spardosen und einiges mehr.

Als Reaktion auf den Auftritt im Adventskalender der Aktion Sterntaler im Dezember 2002 spendeten mehrere Handwerksbetriebe Werkzeuge, die die Kinderhof-Mitarbeiter abholen konnten.

 Februar:

 Das Projekt Bauwagen wurde in Angriff genommen. Da der Kicker-Tisch in den Wintermonaten bislang in der Werkstatt stehen musste und dort ziemlich störte, beschloss das Kinderhof-Team, aus den Mitteln der Adventskalender-Prämie der Aktion Sterntaler einen Container oder Bauwagen anzuschaffen und als zusätzlichen Aktionsraum einzurichten.

Die Weddinger Kinderfarm wollte einen alten Zirkuswagen abgeben (schätzungsweise 20er Jahre, voriges Jahrhundert). Dieser war tischler- und malermäßig sehr stark überholungsbedürftig, strahlte aber immer noch ein ganz anderes Flair aus als ein Container. Glücklicherweise erklärte sich die Ausbildungswerkstätte des Christlichen Jugenddorfs in Adlershof bereit, den 6 m langen und 2,5 m breiten Wagen im Rahmen ihrer Ausbildungsprojekte zu restaurieren. Ohne dieses großartige Angebot wäre es dem Kinderhof nicht möglich gewesen, den Wagen zu übernehmen.

Bei den Kindern stand Tanzen nach Popmusik hoch im Kurs. Eine Mädchengruppe frischte in eigener Regie die Tanzformationen aus dem Sommerferienprojekt 2002 wieder auf. Am 11.2. wurde eine Disco veranstaltet, die auch viele Freunde der Stammkinder anzog.

Für die große Friedensdemonstration am 15.2. malten die Kinder ein Schild, das von einer Abordnung der Mitarbeiter auf der Demonstration getragen wurde.

Im Garten begannen die ersten Frühjahrsarbeiten: den Knöterich an der Laube und die verbliebenen Stauden zurückschneiden.

 März:

 Am 4.3. wurde Fasching gefeiert mit Disco, Waffeln backen und Spielen (Stopptanz, „Reise nach Jerusalem“, Wett-Schokolade-Essen, Flaschenpendeln, Äpfelschnappen, Dosenwerfen, Boccia und Luftballon-Tanz).

Nach dem Fest war ein neues Spiel (Tabu junior), bei dem es darum geht, Begriffe möglichst geschickt zu erklären, der große Renner. Als sich nach etlichen Durchgängen die Begriffe zunehmend wiederholten, begannen die Kinder, selbst Begriffskarten zu entwerfen, die Tijen mit ihrem Computer ausdruckte. Die Tabu-Begeisterung hielt mehrere Monate an und war, da sich auch Kinder mit weniger guten Deutschkenntnissen daran beteiligten, für die Betreuer/ innen ein gelungenes Beispiel für ein Sprachförderungs-Projekt.

Im Garten und auf dem Freigelände wurden Vorbereitungen für die Sommersaison getroffen: Die Obstbäume und Sträucher beschnitten, der Teich gesäubert, die Laube und das Kletterschiff repariert, eine Bank für Eltern und Besucher gebaut und eine Fußballwand errichtet.

Die Sportangebote im Freien (Fußball, Tischtennis, Basketball) erfreuten sich nach wie vor großer Beliebtheit.

 April:

 Im April wurden die Gartenarbeiten fortgesetzt, das Feuchtbiotop (Teich) aufgefüllt und die Beete mit Komposterde versorgt. Tischfußball und Gesellschaftsspiele konnten wieder draußen gespielt werden.

In den Osterferien (14 4. –25.4.) wurden Holz-Tipis gebaut, ein Jonglier-Projekt angeboten und mit den „Lücke-Kindern“ wurde selbst gekocht.

In der Werkstatt wurden Osterdekorationen hergestellt und ein neues Kinderhof-Schild gebaut.

 

Mai:

 Ab Mai konnten die meisten Aktivitäten wieder draußen stattfinden: Holzstühle bemalen, Gesellschaftsspiele, Kicker, Jonglieren. Tischtennis wurde wieder äußerst beliebt, so dass die Anschaffung eines zweiten Tisches beschlossen wurde. Das Bühnen-Podest wurde repariert und die Ankündigungstafel am Eingang restauriert. Im Garten konnten die Kinder säen und pflanzen und gegen Ende des Monats schon die ersten Radieschen, Salat und Kräuter ernten.

Am 17.5. fand der Tag der offenen Tür statt mit Trommelbau, Stoffdruck, Holzdekorationen bemalen, Untersetzer aus Perlen basteln, Büchsen werfen, Waffeln backen, Kaffee, Tee und Kuchen, Jonglieren, Fotoausstellung.

Am 28.5. wurde ein hauptsächlich von den Kindern geplantes und vorbereitetes Fußballturnier durchgeführt.

Juni:

 Im Juni standen Aktivitäten im Garten im Vordergrund: Gemüsepflänzchen setzen, Blumen pflanzen, Unkraut jäten, die Wiese mähen und Erdbeeren ernten. Vom Kletterschiff mussten große Äste, die ein Sturm von der durch die Miniermotte geschädigten Kastanie abgerissen hatte, beseitigt werden.

Da gerade Bey-Blades (Kreisel aus Plastik und Metall mit einer Starter-Vorrichtung) in Mode waren, stellten die Betreuer mit den Kindern in der Werkstatt Kreisel aus Holz her, die nach demselben Prinzip funktionieren. Die Kinder konnten sie anmalen und auf der neuen glatten Oberfläche des Bühnen-Podestes stundenlang ausprobieren.

Die Kreisel waren auch auf dem Waldstraßen-Fest (14.6.) und auf dem Lehrter-Straßen-Fest (21.6.) ein attraktives Angebot.

Außerdem wurde wie immer viel Sport getrieben und ein neuer selbst gebauter Basketballkorb aufgestellt.

 

Juli:

 Ab 2.7. gab es Sommerferien und das hieß: Sommerferien-Projekte auf dem Moabiter Kinder-Hof. Zweimal zwei Wochen lang wurden abwechslungsreiche Aktivitäten angeboten: 

Tage/Uhrzeit Projekt Projektleitung
7.7.-11.7.2003

Mo. bis Fr., 14-18 Uhr

Sport, Spiel, Spaß Cigdem , Henry
14.7.-18.7.2003

Mo. bis Fr., 15-18 Uhr

Skulpturen aus Ytong-Steinen Mandy
21.7.-1.8.2003

Mo. bis Fr., 11-18 Uhr

Internationales work&study camp

Angebote: Lehmbau, Hüttenbau, Holzwerkstatt, Spiel und Sport

4.8.-8.8.2003

Mo. bis Fr., 14-17 Uhr

Seidenmalerei Ursi, Erzieherin
11.8.-15.8.2003

Mo. bis Fr., 11-13 Uhr

Tanz work shop Bijou,

Tanzlehrerin

 

Zu dem internationalen work&study camp, das vom 20.7.-2.8. in Zusammenarbeit mit dem Service Civil International (SCI) durchgeführt wurde, kamen zehn Studenten aus sechs Ländern (Moldawien, Weißrussland, Slowenien, Polen, Finnland und Spanien), um Berlin bzw. Deutschland kennen zu lernen, junge Leute aus anderen Ländern zu treffen, Deutschkenntnisse zu verbessern und auf dem Moabiter Kinder-Hof ehrenamtlich zu arbeiten (ungefähr in dieser Reihenfolge, die Liste ist gewiss nicht vollständig). Die Studenten waren sehr fleißig und renovierten zwei Räume, restaurierten die Lehmhütte und unterzogen Garten und Teich einer gründlichen Pflege. Camp-Sprachen waren Englisch, Spanisch und Deutsch. Für alle Beteiligten waren diese zwei Wochen ein schönes, inspirierendes und motivierendes Erlebnis.

In den work-camp-Wochen fanden auch die „normalen“ Angebote für die Kinder statt: Perlenketten fädeln, Ytong-Steine bearbeiten (für alle, die noch weiter machen wollten), Sandbilder herstellen, Fußball, Tischtennis, Basketball sowie Gartenpflege und Gemüseernte.

 

August:

 Nach den Sommerferien (2.7.-15.8.) begannen die Vorbereitungen für das Sommerfest am 30.8. In der Werkstatt wurde eine neue, verbesserte Generation der „Bey-Blades“ gebaut, das Kletterschiff und die Laube mussten noch einmal überholt und mit einem Holzschutzanstrich versehen werden. Die Praktikantin Jenny kam auf den Kinderhof und war sofort mittendrin. Sie übte mit den Kindern einige Stücke aus dem Musical Cats ein und organisierte jede Menge Luftballons für das Fest.

 

 September:

Das Tanz-Projekt wurde noch ein paar Wochen fortgesetzt, solange es draußen noch warm und freundlich war. Jenny, die Praktikantin, verließ den Kinderhof schon wieder und auch Oliver verabschiedete sich, um ein Studium zu beginnen.

Für die Kinder wurden jetzt wieder Windowcolor-Bilder malen, mit Kastanien basteln und Gesellschaftsspiele interessant.

 

Oktober:

 In den Herbstferien (6.10.-17.10.) konnten die Kinder an vielfältigen Aktivitäten teilnehmen: Kartoffeldruck, Windowcolor-Bilder malen, Tischtennis, Fußball, Kicker, tanzen, Karten- und Gesellschaftsspiele, Windlichter basteln, Pustebilder herstellen, Bey-Blades bauen und anmalen. Wer wollte, konnte auch beim Laub zusammenfegen helfen. Eine Hortgruppe aus der Waldenserstraße besuchte den Kinderhof, um Ytong-Steine zu bearbeiten.

ach den Herbstferien bastelten die Kinder Dekorationen und Schmuck für das Halloween-Fest am 31.10. Höhepunkt und Abschluss dieses Festes war Sebastianos Feuer-Jonglage.

 

 November:

Am 3.11. konnte der vollständig restaurierte und in Stand gesetzte Bauwagen von den Ausbildungswerkstätten des Christlichen Jugenddorfs in Adlershof zum Moabiter Kinder-Hof überführt werden. Die letzte Farbschicht war gerade getrocknet. In monatelanger Arbeit hatten die Meister und Auszubildenden ein Schmuckstück aus dem alten Zirkuswagen gemacht, große Teile der Außenwand, die Fenster, die Tür, den Fußboden und die komplette Innenverkleidung erneuert, eine Wärmedämmung eingebaut, Dachrinnen angebracht und alles mit einem freundlichen Anstrich versehen. Der Wagen wurde auf dem Kinderhof schon sehnlichst erwartet, denn langsam wurde es zu kalt, um draußen zu kickern. Der Kicker-Tisch sollte in dem Bauwagen untergebracht werden. Nachdem noch ein Fußbodenbelag ausgelegt und Fensterläden angebracht worden waren, wurde der Bauwagen von den Kindern in Benutzung genommen. Der Wagen ist eine wirkliche Bereicherung für den Kinderhof.

Außerdem wurden im November für den Weihnachtsbasar Grußkarten mit Filzmotiven gestaltet und Kerzen aus Wachsresten gegossen.

 

Dezember:

Im Dezember standen die Vorbereitungen für den Adventsbasar am 12.12. im Vordergrund. Der Schwerpunkt sollte diesmal auf Bastelangeboten für die Kinder liegen, aber es sollte auch wieder preiswerte Geschenke geben. An zwei Nachmittagen wurden Plätzchen gebacken, an anderen Tagen Perlentiere hergestellt und Motive aus Filz ausgeschnitten. Der Weihnachtsbasar war dann auch die Weihnachtsfeier auf dem Kinderhof. In der letzten Woche vor den Weihnachtsferien konnten die Kinder die restlichen Plätzchen und Stollen aufessen.

 

 

© Stadtteilgruppe Moabit e.V.
Bei Fragen und Unklarheiten wenden Sie sich bitte an: [moabiter.kinderhof@berlin.de].
Stand: 12. März 2004.